Warum es Deutschland so schlecht geht

 

Eine Betrachtung unserer Zeit

 

  • Wir haben unsere Verteidigung und die innere Sicherheit aufgegeben — und es zeitgemäß genannt.

 

  • Wir haben das Bildungswesen ausgehöhlt — und es Synergien nutzen genannt.

 

  • Wir haben das Gesundheitswesen zerstört — und es Effizienzsteigerung genannt, die uns bald um die Ohren fliegt.

 

  • Wir haben Macht missbraucht — und es ein demokratisches Mandat genannt.

 

  • Wir haben öffentliche Mittel verschwendet — und es wesentliche Ausgaben genannt.

 

  • Wir beklagen die Altersstruktur — und haben Abtreibungen gefördert, als Ausdruck der Selbstbestimmung.

 

  • Wir haben unsere Kinder sich selbst überlassen — und es Freiheit zur Selbstentfaltung genannt.

 

  • Wir haben Obszönität und Pornografie freien Lauf gelassen, dabei unzählige Kinder- und Jugendseelen verletzt — und es sexuelle Entfaltung genannt.

  • Wir haben uns zu einem Billiglohnland gemacht — und es Wettbewerbsfähigkeit genannt.

  • Wir haben Armut gefördert — und es eine ökonomische Notwendigkeit genannt.

 

  • Wir haben die Pflege privatisiert und damit unbezahlbar gemacht — und es unabdingbar genannt.

  • Wir haben Hartz IV eingeführt — und es soziale Gerechtigkeit genannt.

 

  • Wir haben Solidargemeinschaften aufgekündigt und uns der Verantwortung entzogen — und es Marktwirtschaft genannt.

  • Wir haben Lobbyismus institutionalisiert — und es beratende Unterstützung genannt.

 

  • Wir haben den Wiederaufbau Deutschlands als selbstverständlich genommen — und das Wirtschaftswunder unserer eigenen Leistung zugeschrieben.

  • Wir haben die Wiedervereinigung erlebt — und es Glück und politisches Geschick genannt.

 

  • Wir haben den Besitz unserer Bürger begehrt — und es zum Wohl der Allgemeinheit genannt.

 

  • Wir haben das Klima zerstört, Warnungen ignoriert — und es Wirtschaftsstandort und Arbeitsplatzsicherung genannt.

  • Wir haben dem Kapitalismus und der Globalisierung gehuldigt — und es Wohlstand für alle genannt.

 

  • Wir haben unsere wirtschaftliche Unabhängigkeit aufgegeben und uns in Abhängigkeiten begeben — und es friedliche Koexistenz genannt.

  • Wir haben die Unwägbarkeiten übersehen und geglaubt, das Ende der Geschichte sei erreicht.

 

  • Wir wurden reich — und die Konzerne nannten es unternehmerische Strategie.

  • Doch der Preis war unsere eigene Sicherheit.

 

  • Wir müssen feststellen: Es war vermessen. Langsam, schleichend — und nun auf Jahre — ist vieles zerstört.

 

  • Wir haben bewährte christliche Werte verworfen und uns selbst erhöht — und es Erleuchtung genannt.

Doch jetzt ist es finster geworden.

 

Denn was der Mensch sät, das erntet er.

 

Wind hat er gesät, Sturm wird er ernten.

 

 

Die erschöpfte Mitte: Anomie und der Verlust demokratischer Bindekraft

Die Bundesrepublik Deutschland galt über Jahrzehnte

als eine der stabilsten Demokratien Europas.

Ihr Fundament beruhte nicht allein auf wirtschaftlichem Wohlstand

oder funktionierenden Institutionen,

sondern vor allem auf einem ausgeprägten gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Politische Konflikte

wurden innerhalb eines gemeinsamen normativen Rahmens ausgetragen.

Die großen Volksparteien, Kirchen, Gewerkschaften

und Vereine wirkten als Integrationsinstanzen,

die unterschiedliche Interessen, soziale Milieus

und Weltanschauungen miteinander verbanden.

Dieses Fundament erscheint heute

deutlich weniger selbstverständlich

als noch vor wenigen Jahrzehnten.

Seit den 1980er-Jahren haben sich die gesellschaftlichen

Rahmenbedingungen grundlegend verändert.

Die Bindungskraft traditioneller Institutionen ist kontinuierlich zurückgegangen.

Kirchen verlieren Mitglieder und Einfluss,

Volksparteien verlieren Wähler,

und ehemals stabile soziale Milieus

lösen sich zunehmend auf.

Gleichzeitig tritt an die Stelle gemeinsamer Identitäten

eine wachsende Individualisierung der Lebensentwürfe.

Der Einzelne gewinnt an Freiheit,

während die Gesellschaft an gemeinsamer Orientierung verliert.

Unter den Kanzlerschaften von Helmut Kohl

und später Angela Merkel entwickelte sich Deutschland

zudem stärker in Richtung einer europäischen

und globalisierten Selbstverortung. Kritiker sehen darin eine schrittweise Entfernung

von traditionellen Formen nationaler Identifikation.

Unabhängig von der politischen Bewertung

dieses Prozesses bleibt festzustellen,

dass Fragen kultureller Zugehörigkeit

und kollektiver Identität

heute wesentlich kontroverser diskutiert werden

als in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg.

Für derartige Entwicklungen

prägte der französische Soziologe

Émile Durkheim den Begriff der Anomie.

Er bezeichnete damit einen Zustand,

in dem gemeinsame Normen, Werte

und Orientierungen ihre Verbindlichkeit verlieren.

Anomie bedeutet nicht unmittelbar Chaos.

Sie beginnt dort,

wo Menschen und gesellschaftliche Gruppen

zwar weiterhin nebeneinander leben,

jedoch immer weniger gemeinsame Bezugspunkte besitzen,

die ihr Zusammenleben strukturieren und Sinn stiften.

Die Symptome einer solchen Entwicklung sind bekannt.

Das Vertrauen in Institutionen nimmt ab, politische Polarisierung wächst

und die Öffentlichkeit zerfällt zunehmend

in voneinander getrennte Wahrnehmungs- und Deutungsräume.

Gesellschaftliche Debatten werden schärfer,

kompromissloser und emotionaler geführt.

Gleichzeitig gewinnen die politischen Ränder an Zustimmung,

während die politische Mitte an Bindungskraft verliert.

Viele Beobachter erkennen genau hierin ein prägendes Merkmal

der gegenwärtigen Entwicklung Deutschlands.

Die eigentliche Herausforderung

liegt dabei nicht in der bloßen Existenz radikaler Parteien

oder Protestbewegungen.

Demokratien müssen politische Alternativen

und fundamentale Kritik aushalten können.

Problematisch wird die Situation erst dann,

wenn breite Teile der Bevölkerung nicht mehr davon überzeugt sind,

dass die politische Mitte ihre Interessen aufnimmt,

Konflikte ausgleicht und tragfähige Lösungen entwickelt.

In einem solchen Moment verlieren

die Integrationsmechanismen

einer Demokratie an Wirksamkeit.

Aus dieser Perspektive erscheinen die Erfolge der politischen Ränder

weniger als Ursache, denn als Symptom einer tiefer liegenden Entwicklung.

Sie verweisen auf einen Vertrauensverlust,

der sich über viele Jahre aufgebaut hat.

Viele Bürger wenden sich nicht deshalb von der politischen Mitte ab,

weil sie extremistische Positionen vertreten würden,

sondern weil sie diese Mitte zunehmend als orientierungslos, reaktiv

oder nicht mehr repräsentativ wahrnehmen.

Besonders auffällig ist die Schwäche jener Kräfte,

die traditionell gesellschaftlichen Zusammenhalt stiften sollten.

Politische Eliten wirken häufig damit beschäftigt,

Krisen zu verwalten,

anstatt langfristige Perspektiven zu entwickeln.

Gemeinsame Zukunftserzählungen, die Orientierung geben

und unterschiedliche Interessen integrieren könnten,

sind kaum erkennbar.

An ihre Stelle treten konkurrierende Einzelinteressen,

Identitätskonflikte und moralische Lagerbildungen.

Dadurch entsteht bei vielen Menschen der Eindruck,

dass gesellschaftliche Konflikte zwar intensiv diskutiert,

jedoch nur selten gelöst werden.

Die öffentliche Debatte produziert fortlaufend neue Gegensätze,

während die Fähigkeit zum Ausgleich

und zur Kompromissfindung schwindet.

Ob Deutschland bereits einen Zustand der Anomie erreicht hat,

bleibt umstritten.

Feststellbar ist jedoch, dass zentrale Voraussetzungen

gesellschaftlicher Integration heute deutlich schwächer erscheinen

als in den Jahrzehnten des Wiederaufbaus

und der alten Bundesrepublik.

Das Vertrauen in Institutionen steht unter Druck,

die politische Mitte verliert an Bindungskraft

und gesellschaftliche Polarisierung nimmt zu.

Die politische Mitte war einst das Gravitationszentrum der Bundesrepublik.

Heute wirkt sie vielfach wie ein Raum zwischen zwei anwachsenden Polen.

Während die Ränder an Überzeugungskraft gewinnen,

verliert das Zentrum an Orientierung.

Während Bürger nach Führung und Perspektive suchen,

erleben sie oft vor allem Verwaltung.

Während gesellschaftliche Spannungen wachsen,

fällt es zunehmend schwer, eine gemeinsame Vorstellung davon zu formulieren,

was Deutschland eigentlich zusammenhält.

Die Gefahr liegt daher nicht in einer erst noch kommenden Radikalisierung.

Sie liegt vielmehr darin, dass radikale Kräfte den Raum besetzen,

den eine geschwächte politische Mitte hinterlässt.

Der Zerfall beginnt nicht am Rand.

Er beginnt im Zentrum.

Hinzu kommt eine Entwicklung,

die für jede demokratische Ordnung von besonderer Bedeutung ist.

Je stärker das Vertrauen in die Integrations- und Problemlösungsfähigkeit

der politischen Mitte schwindet,

desto größer wird die Versuchung,

politische Konflikte durch administrative, juristische

oder institutionelle Machtmittel zu bewältigen.

Dadurch entsteht bei Teilen der Bevölkerung der Eindruck,

politische Auseinandersetzungen würden zunehmend defensiv geführt

und nicht mehr aus einer Position demokratischer Selbstgewissheit heraus.

Die Bundesrepublik Deutschland

versteht sich als resiliente und wehrhafte Demokratie.

Ihre Stärke beruht jedoch nicht allein auf Gesetzen,

Gerichten und Institutionen.

Sie lebt vor allem von der Akzeptanz ihrer Verfahren,

der Glaubwürdigkeit ihrer Repräsentanten

und dem Vertrauen der Bürger in die Fairness des politischen Wettbewerbs.

Wird dieses Vertrauen nachhaltig beschädigt,

geraten auch die demokratischen Schutzmechanismen

selbst in den Sog gesellschaftlicher Polarisierung.

Die entscheidende Frage der Gegenwart lautet deshalb nicht,

ob die Demokratie stark genug ist, ihre Gegner abzuwehren.

Die entscheidende Frage lautet, ob sie noch genügend Bindekraft besitzt,

um ihre Bürger zusammenzuführen.

Besonders bemerkenswert ist dabei, dass sich die

politische Debatte nach Wahlerfolgen systemkritischer

oder populistischer Parteien häufig weniger

um die Ursachen dieser Entwicklung dreht als um Möglichkeiten,

ihre politischen Folgen zu begrenzen.

Für viele Bürger entsteht dadurch der Eindruck,

dass nicht mehr die Rückgewinnung von Vertrauen im Mittelpunkt steht,

sondern die Einhegung unerwünschter Wahlergebnisse.

Wo dieser Eindruck entsteht,

vertieft sich die Distanz zwischen politischen Institutionen

und Teilen der Gesellschaft weiter.

Die demokratische Mitte gewinnt ihre Stärke jedoch nicht durch Abwehr,

sondern durch Überzeugungskraft, Problemlösungskompetenz

und gesellschaftliche Integration.

Vieles deutet darauf hin,

dass genau dieser Prozess gegenwärtig stattfindet.

Die politische Mitte verliert an Strahlkraft, gesellschaftliche

Verständigungsräume werden kleiner

und politische Konflikte schärfer.

Was einst als selbstverständliches Fundament der Bundesrepublik galt,

wirkt zunehmend fragil.

Die resiliente und wehrhafte Demokratie,

lange Zeit Ausdruck politischer Stabilität

und gesellschaftlicher Selbstgewissheit,

scheint ins Schlingern zu geraten.

Nicht weil ihre Institutionen bereits versagt hätten,

sondern weil das Vertrauen in ihre integrative Kraft nachlässt.

Die eigentliche Bewährungsprobe liegt daher nicht an den politischen Rändern,

sondern im Zentrum der Gesellschaft selbst.

Dort entscheidet sich, ob die demokratische Ordnung

auch künftig jene verbindende Idee bleibt,

die unterschiedliche Interessen, Überzeugungen

und Lebenswelten zusammenhalten kann.

Demokratien geraten selten in Gefahr,

weil ihre Feinde übermächtig werden.

Sie geraten in Gefahr,

wenn ihre tragenden Kräfte an Orientierung, Vertrauen

und Integrationsfähigkeit verlieren.

Polarisierung erscheint damit nicht mehr nur als Gefahr,

sondern zunehmend als Normalzustand des politischen Betriebs.

Besonders bemerkenswert ist dabei,

dass sich die politische Debatte nach Wahlerfolgen systemkritischer

oder populistischer Parteien häufig weniger um die Ursachen

dieser Entwicklung dreht als um Möglichkeiten,

ihre politischen Folgen zu begrenzen.

Für viele Bürger entsteht dadurch der Eindruck,

dass nicht mehr die Rückgewinnung von Vertrauen im Mittelpunkt steht,

sondern die Einhegung unerwünschter Wahlergebnisse.

Wo dieser Eindruck entsteht,

vertieft sich die Distanz zwischen politischen Institutionen

und Teilen der Gesellschaft weiter.

Die demokratische Mitte gewinnt ihre Stärke

jedoch nicht durch Abwehr, sondern durch Überzeugungskraft,

Problemlösungskompetenz und gesellschaftliche Integration.

Demokratien scheitern selten daran,

dass ihre Gegner zu stark werden.

Häufiger scheitern sie daran,

dass ihre tragenden Kräfte zu schwach werden.

 

 

Deutschland: Eine Polemik 

 

Wir leben in einer Zeit, in der Deutschland nicht bedroht wird — sondern einschläft.

Nicht durch Feinde. Nicht durch Eroberer.

Sondern durch Selbstverleugnung,

Selbstvergessenheit, Selbstentkernung.

Und genau in diese Müdigkeit hinein ruft Johann Walter im Jahr 1561:

„Wach auf, wach auf, du deutsches Land!

Du hast genug geschlafen…“

Dieser Ruf ist heute aktueller als damals.

I. Wien 1683 – Die geistliche Klarheit Europas

Als Kara Mustafa vor Wien stand,

war Europa nicht nur militärisch bedroht.

Es war geistlich herausgefordert.

Der polnische König Johann III. Sobieski schrieb nach der Schlacht:

„Veni, vidi, Deus vicit.“ Ich kam, ich sah, Gott siegte.

Sobieski verstand:

Europa verteidigte nicht nur Mauern — Europa verteidigte seine Seele.

Er wusste: Eine Kultur, die Gott vergisst, verliert ihre Kraft. Eine Nation,

die ihre geistliche Mitte verliert, verliert ihre Zukunft.

Und so ruft Walter 1561 — prophetisch, warnend, wachrüttelnd:

„Bedenk, was Gott an dich gewandt… wozu er dich erschaffen.“

Deutschland hat vergessen, wozu es erschaffen wurde.

II. Die Nachkriegsrepublik – Adenauer und die geistliche Angst

Nach 1945 war Deutschland gebrochen.

Die politische Elite wollte alles vermeiden, was nach Identität roch.

Konrad Adenauer sagte:

„Wir wollen keine Experimente.“

Doch das größte Experiment begann genau dann:

Das Experiment, ein Land ohne geistliche Mitte zu bauen.

Ein Land ohne kulturelle Selbstachtung.

Ein Land ohne geistliche Erinnerung.

Adenauer wollte Stabilität — doch die geistliche Grundlage

blieb unberührt, unbenannt, unbewusst.

Deutschland wurde politisch stark, aber geistlich schwach.

III. Brandt – Die moralische Überhöhung ohne geistliche Tiefe

Willy Brandt kniete in Warschau. Eine große Geste.

Eine menschliche Geste.

Doch sie wurde zur geistlichen Fehlinterpretation: Man glaubte,

man müsse sich moralisch klein machen, um geistlich groß zu wirken.

Brandt sagte:

„Wir wollen ein Volk guter Nachbarn sein.“

Doch ein Volk, das sich selbst nicht kennt, kann kein guter Nachbar sein.

Johann Walter ruft genau in diese Haltung hinein:

„Die Wahrheit wird jetzt unterdrückt… die Lüge wird gar fein geschmückt…“

Brandts moralische Geste wurde zur geistlichen Selbstverkleinerung.

IV. Schmidt – Der letzte Kanzler mit geistlicher Klarheit

Helmut Schmidt war kein Theologe.

Aber er hatte geistliche Nüchternheit.

Er sagte:

„Die multikulturelle Gesellschaft ist eine Illusion von Intellektuellen.“

Und:

„Wir können nicht beliebig viele Menschen aus fremden Kulturen integrieren.“

Schmidt sprach nicht gegen Menschen. Er sprach gegen geistliche Naivität.

Er wusste: Eine Gesellschaft ohne geistliche Mitte kann Vielfalt nicht tragen.

Sie zerbricht daran.

Schmidt warnte — doch Deutschland war schon müde geworden.

V. Merkel – Die geistige Sedierung eines Landes

Angela Merkel sagte:

„Wir schaffen das.“

Doch dieser Satz war kein Ruf. Er war ein Sedativum.

Er beruhigte. Er betäubte.

Er nahm die geistliche Spannung aus einem Land,

das längst aufgewacht sein müsste.

Währenddessen ruft Johann Walter:

„Wach auf, Deutschland, ’s ist hohe Zeit…“

Doch Deutschland schlief weiter.

Unter Merkel wurde Deutschland postnational,

aber vor allem postgeistlich.

Die christlichen Feste wurden umbenannt.

Die Traditionen relativiert.

Die geistliche Sprache verbannt.

Die kulturelle Seele entkernt.

Nicht der Islam hat das getan.

Nicht muslimische Mitbürger. Sondern eine Politik, d

ie glaubte, man könne ein Land ohne geistliche Mitte führen.

VI. Die geistliche Wahrheit – die niemand aussprechen will

Sobieski verteidigte Wien,

weil er wusste, dass Europa eine geistliche Seele hat.

Kara Mustafa griff Wien an, weil er glaubte, Europa sei geistlich müde.

Adenauer baute Deutschland auf, aber ohne geistliche Identität.

Brandt moralisiert die Republik, aber ohne geistliche Tiefe.

Schmidt warnte, aber niemand hörte.

Merkel sedierte das Land, und Deutschland schlief ein.

Johann Walter ruft:

„Die Axt ist angesetzt… die Straf ist vor der Tür…“

Das ist kein politischer Satz. Das ist ein geistlicher Satz.

Deutschland steht nicht vor einer Eroberung.

Deutschland steht vor einer geistlichen Entscheidung:

Aufwachen oder verschwinden.

VII. Der Ruf – heute, jetzt, in dieser Stunde

„Wach auf, wach auf, du deutsches Land!“

Dieser Ruf ist kein nationalistischer Ruf. Er ist ein geistlicher Ruf.

Ein Ruf an die Seele eines Landes, das Gott vergessen hat.

Das seine Geschichte vergessen hat.

Das seine geistliche Mitte verloren hat.

Deutschland braucht keine Feindbilder.

Deutschland braucht Erinnerung.

Deutschland braucht Buße.

Deutschland braucht geistliche Klarheit.

Deutschland braucht Wachheit.

Deutschland braucht — wie Walter singt:

„Herr Jesu Christe, hilf uns nu’ und gib uns deinen Geist dazu…“

Der 7. Oktober 2023

 

Erinnerung, Trauer und Verantwortung

 

„Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ (Matthäus 5,9)

 

Am 7. Oktober 2023 wurde Israel von einem verheerenden Terrorangriff erschüttert.

An diesem Tag verloren 1.195 Menschen ihr Leben.

Tausende wurden verletzt,

viele Familien wurden auseinandergerissen,

und zahlreiche Menschen wurden als Geiseln verschleppt.

Der Schmerz dieses Tages hat sich tief in das Gedächtnis

vieler Menschen eingegraben und wirkt bis in die Gegenwart nach.

Wir erinnern an die Frauen, Männer und Kinder, die getötet wurden.

Wir erinnern an die Verletzten,

die bis heute körperliche und seelische Wunden tragen.

Wir erinnern an die Geiseln

und an ihre Angehörigen, die in Angst, Hoffnung

und Ungewissheit leben mussten und zum Teil noch immer leben.

Hinter jeder Zahl steht ein Mensch mit einem Namen,

einem Gesicht, einer Geschichte und einer unverlierbaren Würde.

Als  Christen wissen wir:

Jeder Mensch ist Ebenbild Gottes.

Wo Menschen verachtet, gequält oder ermordet werden,

wird Gottes guter Wille für seine Schöpfung verletzt.

Darum stehen wir an der Seite der Trauernden

und beklagen das Leid,

das dieser Tag über so viele Menschen gebracht hat.

Die Erinnerung an den 7. Oktober verpflichtet uns.

Sie ruft uns dazu auf, jeder Form von Antisemitismus, Hass

und Menschenverachtung entgegenzutreten.

Sie erinnert uns daran, dass Frieden nicht durch Gewalt wächst,

sondern durch Gerechtigkeit, Mitgefühl

und die Achtung der Würde jedes Menschen.

Wir tragen die Opfer dieses Tages in unserem Gedenken vor Gott.

Wir bitten für die Verletzten und Traumatisierten,

für die Angehörigen der Getöteten,

für die Verschleppten und ihre Familien.

Wir beten um Trost für die Leidenden,

um Schutz für die Bedrohten und um den Mut,

Wege der Versöhnung und des Friedens zu suchen.

Möge Gott die Namen der Opfer bewahren.

Möge er die Trauernden trösten.

Möge er die Herzen zum Frieden bewegen.

In stillem Gedenken erinnern wir uns

an die Opfer des 7. Oktober 2023.

Ihr Andenken bleibt uns Mahnung und Auftrag:

für Menschlichkeit einzustehen, das Leben zu schützen

und als Menschen vor Gott

und voreinander Verantwortung zu tragen.

Herr, erbarme dich.

Christus, erbarme dich.

Herr, erbarme dich.

                                          Amen.

 

                        Fürbittengebet

 

Treuer Gott, wir gedenken der Menschen,

die am 7. Oktober 2023 durch Terror und Gewalt ihr Leben verloren haben.

Nimm die Verstorbenen auf in deinen Frieden

und tröste alle, die um sie trauern.

 

Herr, erbarme dich.

 

Wir bitten für die Verletzten, die Traumatisierten

und für alle Geiseln und ihre Angehörigen.

Schenke ihnen Schutz, Kraft und Hoffnung.

 

Herr, erbarme dich.

 

Wir bitten für das jüdische Volk in aller Welt.

Bewahre es vor Hass und Anfeindung

und stärke alle, die für Menschenwürde und Verständigung eintreten.

Herr, erbarme dich.

Wir bitten für die Menschen im Heiligen Land.

Lass Frieden wachsen, wo Gewalt herrscht,

und Versöhnung, wo Feindschaft die Herzen belastet.

 

Herr, erbarme dich.

 

Gott des Friedens, bewahre uns vor Gleichgültigkeit

und lehre uns, für Gerechtigkeit,

Mitmenschlichkeit und Frieden einzustehen.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

                                         

                                                 Amen.