Dieses Jahr feiert die Süddeutsche Gemeinschaft Kornwestheim ihr 125 jähriges Bestehensjubiläum.

Seit 125 Jahren, ruht der Segen Gottes auf dieser Gemeinschaft.

Durch alle Wirren der Zeit hat Gott dieses Gemeindeschiff sicher durch sämtliche Stürme und Flauten geführt

und durch seinen Heiligen Geist bis Heute auf Kurs gehalten.

Dwight Lyman Moody

 

Als der Erweckungsprediger Dwight L. Moody                      

am 8. September 1871 in Chicago anfing zu predigen,

machte er am ersten Abend einen folgenschweren Fehler.

Er forderte seine Zuhörer auf, sich über die Frage

„Was fange ich mit Jesus an? “ Gedanken zu machen.

Er beendete seine Predigt mit folgenden Worten:

„Ich wünsche, dass ihr das Gesagte mit nach Hause nehmt,

und  noch einmal darüber nachdenkt,

nächste Woche werden wir entscheiden,

was wir mit Jesus von Nazareth tun werden.“

Doch am 10.September 1871 lag Chicago in Schutt und Asche.

Ein vernichtendes Großfeuer wütete vom 8. bis 10. September

und zerstörte große Teile der Innenstadt.                     

Diese schreckliche Katastrophe von Chicago

sollte in die Geschichtsbücher eingehen.

Viele der Hörer Moodys starben bei dieser Katastrophe.                                                                                                                                                                 

Er hatte bei der besagten Predigt 

den Zuhörern nicht deutlich vor Augen geführt,

dass sie Jesus schon an dem Abend des 8.September 1871

als Retter hätten annehmen müssen.

ES IST NIE ZU FRÜH FÜR JESUS, DOCH ES GIBT EIN ZUSPÄT

 

 

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Wider den Zeitgeist.

Ein Plädoyer für Eigenständigkeit und christliche Verantwortung

Wider den Zeitgeist zu sein, bedeutet, sich einzumischen und Haltung zu zeigen. Es erfordert Mut, sich eine eigene Meinung zu bilden und sich nicht blind jedem Trend oder jeder gesellschaftlichen Strömung anzuschließen. Dies ist eine Herausforderung, die alle Menschen betrifft, insbesondere haben Christen eine besondere Aufgabe in der Welt: Sie sind aufgerufen, die Botschaft der Bibel und das Leben Jesu Christi authentisch zu leben und zu vertreten. Doch wie sieht diese Aufgabe konkret aus?

Die Verantwortung der Christen

Die Grundlage christlicher Verantwortung liegt in den heiligen Schriften der Bibel und, besteht nicht darin, die Welt zu verurteilen oder über andere zu richten. Jesus selbst bringt dies in Johannes 3,18 auf den Punkt: „Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht an ihn glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes geglaubt hat!“ Das Evangelium ist keine Zwangsjacke, die anderen übergestülpt wird. Stattdessen sollte es mitgeteilt und vorgelebt werden. Es bleibt jedem Menschen selbst überlassen, wie er oder sie mit dieser Botschaft umgeht.

Diese Haltung der Freiheit und Eigenverantwortung bedeutet jedoch nicht, dass die Botschaft automatisch auf offene Ohren stößt. Im Gegenteil: In einer immer aggressiver werdenden Zeit setzen sich Christen vielfach Anfeindungen aus. Doch genau hier liegt die Herausforderung – in einer Gesellschaft Stand zu halten, die oft wenig Verständnis für die christliche Perspektive zeigt.

Der Zeitgeist und seine Verführer

Besonders alarmierend ist, dass selbst kirchliche Amtsträger*innen, wie Pfarrer*innen, den Zeitgeist-Mainstream oft über die biblischen Grundlagen stellen. Dies führt zu einer Verwässerung der christlichen Lehre und öffnet die Tür für falsche Auslegung. Jesus warnt seine Nachfolger eindringlich vor solchen Entwicklungen: „Nehmt euch in Acht, vor denen, die in Gottes Namen auftreten und falsche Lehren verbreiten! Sie kommen zu euch getarnt als Schafe, aber in Wirklichkeit sind sie reißende Wölfe.“ (Matthäus 7,15)

Die Bibel spricht auch von einer Zeit, in der Menschen die gesunde Lehre ablehnen werden. Stattdessen suchen sie sich Lehrer, die ihnen nach dem Munde reden und ihre eigenen Vorstellungen bedienen. Diese Entwicklung, auf die der Apostel Paulus in 2.Timotheus 4,3 hinweist, scheint heute aktueller denn je.

Der Mut zur Eigenständigkeit

Gegen Strömungen des Zeitgeist und des Mainstream zu sein, ist also kein bequemer Weg, sondern ein Weg, der Mut und Überzeugung erfordert. Es ist ein Weg, der fordert, sich eigenständig mit den Grundlagen des Glaubens auseinanderzusetzen und sie in einer oft ablehnenden Umwelt zu vertreten. Doch gerade in dieser Haltung liegt eine große Chance: die Möglichkeit, Orientierung zu bieten und ein authentisches Zeugnis für die Botschaft Jesu Christi zu sein.

Christen sind somit aufgerufen, nicht nur gegen den Strom zu schwimmen, sondern auch klar und deutlich jedoch liebevoll ihre Überzeugungen zu leben. Sie sind herausgefordert, sich nicht vom Lärm der Welt übertönen zu lassen, sondern die unvergänglichen Wahrheiten, die in der Bibel zu finden sind, zu vertreten.

Fazit

In einer Zeit, die von zunehmender Polarisierung und Orientierungslosigkeit geprägt ist, ist die Stimme der Christen wichtiger denn je. Doch diese Stimme sollte nicht laut und anklagend sein, sondern ruhig und beständig werbend, geprägt von Liebe, mit Verweis auf die biblische Freiheit und Wahrheit. Jeder Einzelne trägt die Verantwortung, sich eine eigene fundierte Meinung zu bilden und sich nicht vom zeitlich gebotenem blenden zu lassen. Für Christen bedeutet dies, die Botschaft Jesu Christi zu leben, ohne andere Menschen zu bedrängen, sondern sie selbst entscheiden zu lassen, wie sie darauf reagieren.

Das ist der wahre Widerstand gegen Strömungen des Zeitgeist und Mainstream: nicht passiver Rückzug, sondern aktives Einmischen mit Herz und Verstand.

Eure Worte sollen immer voller freundlicher Anteilnahme und gleichzeitig eindeutig und herausfordernd sein. Ihr sollt wissen, wie ihr auf jeden Einzelnen eingehen und was ihr ihm antworten könnt.

Kolosser 4,6

 

Gott in der Geschichte Deutschlands –

Eine Betrachtung mit biblischem Hintergrund

Zwischen Verwundung, Heilung und Warnung

Einleitung

Die Geschichte Deutschlands ist geprägt von tiefen Brüchen, erstaunlicher Heilung und immer wiederkehrender Hoffnung. Betrachtet man diese Geschichte im Licht biblischer Bilder und Worte, so offenbaren sich erstaunliche Parallelen zwischen dem Schicksal dieses Landes und uralten Verheißungen, Mahnungen und Zusprüchen der Heiligen Schrift.                                                                                                                      

Diese Betrachtung möchte keine politische Analyse bieten, sondern die Ereignisse, Wendepunkte und Entwicklungen Deutschlands durch eine biblisch inspirierte Linse deuten – eine Einladung, Gottes Wirken inmitten menschlicher Geschichte zu erkennen.

Das Bild der Verwundung und Heilung

Deutschland hat im Lauf der Jahrhunderte viele Verwundungen erlebt.                                                                                                                Zweimal im 20. Jahrhundert wurde die Nation durch Kriege und deren Folgen schwer getroffen. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag das Land in Trümmern, Städte waren zerstört, Millionen Menschen entwurzelt.                                                                                                                               

„Da war eine Nation, als wäre sie tödlich verwundet, und seine tödliche Wunde wurde heil, die Völker, staunten und zollten Anerkennung und Respekt.“ Dieses Bild ist eine Schau aus der Offenbarung.

Wie im Buch Jesaja, wo von der Wiederherstellung zerstörter Städte und dem Wiederaufbau verwüsteter Orte die Rede ist, hat auch Deutschland eine Zeit des Wiederaufbaus erlebt: „Sie haben die alten Trümmer weggeräumt und, was vorzeiten zerstört worden ist, wieder aufgebaut, sie haben die verwüsteten Städte erneuert, die zerstört gelegen haben.“ Der wirtschaftliche Aufschwung, das sogenannte „Wirtschaftswunder“, war nicht nur das Werk menschlicher Anstrengung, sondern, aus biblischer Sicht betrachtet, ein Zeichen der Gnade und Barmherzigkeit Gottes.

Teilung und Zwietracht – Zwei Reiche

Doch die Heilung war nicht sofort vollkommen. Die Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg führte zur Gründung zweier Staaten auf deutschem Boden: der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik. „Und zwei Reiche entstanden, Deutschland wurde geteilt und sie stritten gegeneinander.“ Wie in der Geschichte Israels, als das Reich nach Salomo in ein Nord- und Südreich zerfiel, war auch Deutschland innerlich zerrissen. Familien, Freundschaften und ganze Städte wurden auseinandergerissen.

Der Kalte Krieg machte aus Deutschland einen Schauplatz globaler Rivalitäten. Doch selbst in diesen Jahrzehnten der Trennung und des gegenseitigen Misstrauens blieb ein Rest an Hoffnung und Zusammengehörigkeit bestehen – ein „Überrest“, wie es auch im Alten Testament immer wieder genannt wird: eine Gruppe von Menschen, die treu bleiben, die auf den Gott der Verheißungen hoffen und für Versöhnung beten.

Gottes Barmherzigkeit und der Überrest

Die Bibel berichtet vielfach von Gottes Barmherzigkeit, selbst wenn das Volk durch eigene Schuld ins Unglück gestürzt ist. „Aber Gott, ließ nicht ab von seiner Barmherzigkeit gegenüber Deutschland und rottete die Nachkommen nicht ganz aus; er erbarmte sich der Söhne wegen, die ihn geliebt hatten, und Reue zeigten, behielt  er einen Rest übrig, weil sich der Gräuel wegen eine Verheißung erfüllte.“

Diese Worte erinnern an die Zeit nach dem Exil Israels: Auch wenn viele verschleppt wurden und das Land verwüstet war, blieb immer ein Rest – Menschen, die an den Verheißungen festhielten, die umkehrten, die neu auf Gott vertrauten. In der deutschen Geschichte sieht man solche Aufbrüche nach dunklen Zeiten: Bewegungen der Versöhnung, der gegenseitigen Hilfe, Initiativen für Gerechtigkeit und die Suche nach Wahrheit.

Rückkehr und Wiederherstellung

Ein weiteres großes biblisches Motiv ist die Sammlung des Volkes Israel aus allen Ländern, die Heimkehr -1948- aus allen Ländern und Gott fügte, dass es wieder in sein Land kam.“

Nach dem Krieg fanden viele Menschen, die aus dem Osten vertrieben waren, eine neue Heimat in Deutschland.                        

Die Integration von Geflüchteten, Heimatlosen und Vertriebenen wurde zu einer großen Herausforderung – und zu einer großen Chance, Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe praktisch zu leben.

Auch im Hinblick auf die Wiedervereinigung 1989/90 kann man das Motiv der Heimkehr und Wiederherstellung erkennen. Die Mauer fiel, Familien und Freunde wurden wiedervereinigt, das Land wuchs zusammen. Wie bei der Rückkehr der Israeliten aus der Gefangenschaft war dies nicht nur ein politisches, sondern auch ein geistliches Ereignis: Hoffnung, Dankbarkeit und ein neues Bewusstsein für die eigene Geschichte erfüllten viele Menschen.

Die Gabe Gottes – Grund des Dankes

Deutschland hat nach dem Holocaust, durch Reue und Buße, verbunden mit dem Tiefen Willen zur Versöhnung mit Israel, Gottes-Segen empfangen.

„Dank sei Gott für seine unaussprechlich reiche Gabe!“ Der Wiederaufbau, das wirtschaftliche Erstarken und die politische Entwicklung Deutschlands zur Demokratie, sind nicht nur das Ergebnis menschlicher Anstrengung.

Die Bibel erinnert daran, dass es Gottes Segen ist, der Menschen wirklich reich macht: „Denn der Segen des Herrn ist’s, der reich macht, und neben ihm fügt Anstrengung nichts hinzu.“ In den Jahrzehnten nach dem Krieg wurde dies von vielen als Wunder empfunden. Kirchen, Initiativen und Einzelpersonen beteten für Frieden, für Gerechtigkeit, für ein Ende der Teilung.

Warnung vor Überhebung und Vergessen

Doch die Geschichte lehrt auch, dass Segen und Wohlstand leicht als selbstverständlich angesehen werden.

„Regierungen und Teile der Kirchen wurden immer vermessener und Gottabgewandter.

So, dass Gott seinen Reichen Segen abfließen lässt! "Und so, lässt er, sie die Weisheit vergessen und gibt keinen Anteil mehr an der Erkenntnis und Einsicht.“                                                                                                                                                                                                       Diese Worte sind Mahnung und Warnung zugleich: Vergesst nicht, wer euch das Gute gegeben hat. Gedenkt der Barmherzigkeit, seid demütig und dankbar.

Im Alten Testament verlieren Menschen immer wieder die Orientierung, wenn sie sich selbst genügen, wenn sie die Gebote und Maßstäbe Gottes verlassen. Auch in der deutschen Geschichte gibt es Zeiten geistlicher Dürre, der Abkehr von Gott, der Überbewertung materieller Werte.

Schlussgedanken: Hoffnung und Gebet für die Zukunft

Gottes Handeln in der Geschichte Deutschlands zeigt sich im Wechsel von Gericht und Barmherzigkeit, von Zerstörung und Wiederherstellung. Die Bibel fordert dazu auf, die Zeichen der Zeit zu erkennen, Gott zu danken für das, was geworden ist, und um Weisheit, Demut und Versöhnung zu bitten, damit der erworbene Segen nicht verloren geht.

Möge unser Land seine Geschichte nicht vergessen. Denn wir wissen, wohin es führt, wenn Stimmen unterdrückt werden. Wir wissen, wie gefährlich es ist, wenn Häme die Haltung ersetzt.

Die Zukunft Deutschlands liegt, wie die Zukunft jeder Nation, letztlich in Gottes Hand. Möge das Land nicht vergessen, wem es Heilung, Wohlstand und Frieden verdankt. Möge es offenbleiben für die Stimme Gottes und bereit sein, immer wieder umzukehren und Wege der Wahrheit und Gerechtigkeit zu gehen.

„Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ (Psalm 90,12)

 

 

Wert und Würde des Menschen

Eine Betrachtung von Naturwissenschaft, Philosophie, Gesellschaft und Glaube

Einleitung

Was ist der Mensch wert? Und was verleiht dem Menschen eigentlich Würde? Diese Fragen gehören zu den ältesten, tiefgreifendsten und zugleich aktuellsten Themen der Menschheit. Sie durchziehen Philosophie, Ethik, Politik und Theologie seit Jahrhunderten und gewinnen angesichts aktueller gesellschaftlicher Debatten – sei es um den Beginn des Lebens, Fragen des Schwangerschaftsabbruchs, den selbstbestimmten Suizid oder den Umgang mit Sterbenden – immer neue Brisanz. Die Diskussionen drehen sich dabei immer wieder um die zentrale Frage: Ist die Würde des Menschen wirklich bedingungslos, oder darf sie an Voraussetzungen wie Bewusstsein, Selbstbestimmung oder Geburt geknüpft werden? Eine umfassende Antwort verlangt den Blick aus verschiedenen Perspektiven: naturwissenschaftlich, philosophisch, gesellschaftlich und religiös. Erst im Zusammenspiel dieser Zugänge erschließt sich das volle Spektrum des Menschseins und seiner unverfügbaren Würde.

Die naturwissenschaftliche Sicht

Der Mensch als biologische, chemische und physikalische Einheit

Die Naturwissenschaften sind bekannt für ihren nüchternen, oft reduktionistischen Blick. Sie analysieren den Menschen anhand seiner materiellen Bestandteile und Funktionen und bringen dabei erstaunliche, manchmal auch ernüchternde Zahlen hervor.

Der Physiker betrachtet den menschlichen Körper als Energiequelle. Die Atome, aus denen jede und jeder besteht, enthalten gespeicherte Energie – gemessen in Kilowattstunden. Könnte man diese Energie nutzbar machen, käme man auf einen Wert von etwa 73 Millionen Euro. Eine beeindruckende Summe, die jedoch kein Maß für Identität oder Würde ist.

Der Mediziner sieht in Menschen ein biologisches Wunderwerk. Allein die Hormone und das Insulin, die unser Körper produziert, wären mehrere Millionen Euro wert. Rechnet man weitere biologische Prozesse und Substanzen hinzu, ergeben sich noch höhere Summen – doch auch diese Zahlen greifen zu kurz.

Der Chemiker berechnet den Wert der menschlichen Grundbausteine: 66 % Wasser, 20 % Kohlenstoff, 6 % Sauerstoff, 2 % Stickstoff und 4 % Aschenbestandteile. Das ergibt – nüchtern betrachtet – etwa 10 Euro. Von überaus wertvoll bis nahezu wertlos: Je nach Blickwinkel und Berechnungsmethode schwankt der naturwissenschaftliche Wert des Menschen erheblich.

Die naturwissenschaftliche Sicht zeigt, wie begrenzt alle Zahlen und Berechnungen sind, wenn es um Würde geht.

Hier beginnt die Suche nach einer tieferen, umfassenderen Begründung.

Philosophische Grundlagen

Antike, Aufklärung und Moderne

Schon die antiken Philosophen stellten die Frage nach dem Wert des Menschen. Platon sah die Würde im Streben nach Erkenntnis und Tugend, Aristoteles in der Fähigkeit zur Vernunft. Die Würde des Menschen wurde zum Maßstab für moralisches Handeln und gesellschaftliche Ordnung.

Im Denken der Aufklärung, besonders bei Immanuel Kant, wurde die Menschenwürde zur Grundlage der Ethik und Moral: Der Mensch ist Zweck an sich, niemals bloß Mittel zum Zweck. Jede und jeder besitzt Würde unabhängig von Herkunft, Status oder Fähigkeiten. Diese Sicht prägt bis heute das Verständnis von Menschenrechten und Wert des Einzelnen.

Der Begriff der Menschenwürde im Grundgesetz

Die Menschenwürde steht im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ganz oben: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Dieses Prinzip ist radikal und anspruchsvoll zugleich, denn es erklärt die Würde zur absoluten, unverfügbaren Qualität, die jedem Menschen unabhängig von Herkunft, Alter, Geschlecht, Religion, Überzeugungen oder Fähigkeiten zukommt.

Gesellschaftliche und ethische Fragen

Wann beginnt die Menschenwürde?

Die Frage nach dem Beginn der Menschenwürde ist eine der schwierigsten und am meisten diskutierten in Medizin, Recht und Gesellschaft. Beginnt sie mit der Befruchtung, mit der Geburt, mit dem Einsetzen von Bewusstsein oder mit dem Erreichen bestimmter Fähigkeiten?

Vor der Geburt steht die Frage im Raum: Ist ein Zellhaufen schon ein Mensch? Die Biologie definiert das Leben als einen kontinuierlichen Prozess, der mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle beginnt.                                                              

Doch das ist nur ein Kriterium für Menschenwürde.

Medizin, Recht und Ethik haben unterschiedliche Positionen. Das Selbstbestimmungsrecht der schwangeren Person steht im Spannungsfeld zur potenziellen Würde des ungeborenen Lebens.

Menschenwürde am Lebensende

Auch am Ende des Lebens gerät die Frage nach Würde und Wert ins Zentrum gesellschaftlicher Debatten. Der Wunsch nach Selbstbestimmung im Sterben, Fragen nach assistiertem Suizid, aktiver Sterbehilfe oder palliativer Begleitung: Hier steht die Würde als Maßstab für Schutz, und Achtung, unabhängig von Gesundheit, Leistungsfähigkeit oder Lebensqualität.

Die Würde des Menschen im Licht des Evangeliums

Der schöpferische Blick Gottes

Ein anderer Zugang eröffnet sich im christlichen Glauben. Die biblische Schöpfungsgeschichte schildert, wie Gott den Menschen „aus Staub“ erschaffen hat – materiell betrachtet von geringem Wert, aber ausgestattet mit einem einzigartigen Potenzial: dem Ebenbild Gottes.

1.Mose 1,27: „Da schuf Gott den Menschen nach seinem Bilde: nach dem Bilde Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.“

Und blies ihm den Lebensodem in die Nase, so wurde der Mensch ein beseeltes Wesen.

Der Mensch trägt nach biblischem Verständnis eine unverlierbare Würde in sich, unabhängig von Fähigkeiten, Status, Herkunft oder Leistung. Sie ist ein Geschenk, keine Errungenschaft. Der Mensch ist nicht nur ein besonders gut gebautes Tier oder eine komplexe Maschine, sondern ein gottgegebenes Meisterwerk, ausgestattet mit Bewusstsein, Verantwortung und dem Geist Gottes.

Psalm 139,14: „Ich danke dir, weil du mich so unglaublich wunderbar gemacht hast!“

Und der Psalmist, hatte noch kein Wissen von den Biologischen-Physiologischen Abläufen  des menschlichen Organismus.

Auch die Psalmen beschreiben die besondere Stellung des Menschen: Psalm 8,6-7: „Du hast ihn wenig geringer gemacht als Gott, mit Ehre und Hoheit hast du ihn gekrönt…“

Die Liebe Gottes als Maßstab

Im christlichen Glauben zeigt sich Wert und Würde des Menschen in der Liebe Gottes, die sich im Leben und Leiden Jesu Christi offenbart.

Johannes 3,16: „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“

Gottes Liebe gibt dem Menschen einen Wert, der jeder Berechnung und jedem Vergleich entzogen ist. Nicht Nützlichkeit, Produktivität oder Bewusstsein bestimmen, wie „würdig“ ein Leben ist, sondern die Tatsache, dass dieses Leben von Gott gewollt, geliebt und gerufen ist.

Der Heilige Geist als Unterpfand der Würde

Diese Liebe wird im Glauben konkret erfahren:

Römer 5,5: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.“

Der Mensch trägt Gottes Geist in sich – ein Versprechen, dass jede und jeder einen unverlierbaren Wert besitzt.

Die Herausforderung der Autonomie

Der Mensch will selbstständig sein, über sein Leben bestimmen, Verantwortung übernehmen. Dieser Wunsch nach Selbstbestimmung wird im christlichen Glauben begleitet von der Zusage, dass Gott mitgeht, auch in die Freiheit des Menschen und zur Umkehr ruft, wenn er sich verläuft.

Johannes 15,22: „Wenn ich nicht gekommen wäre und zu ihnen geredet hätte, so hätten sie keine Sünde; jetzt aber haben sie keine Ausreden und Ausflüchte mehr für ihre Sünde.“

Die Beziehung zu Gott, zur Welt und zu anderen Menschen bleibt bestehen, auch wenn der Mensch sich emanzipiert. Verantwortung und Rechenschaft vor Gott sind Teil des Menschseins.

Beginn und Ende der Menschenwürde?

Nach christlichem Verständnis ist die Würde nicht an einen bestimmten Entwicklungsstand gebunden. Sie kommt jedem Menschen zu – vom ersten Augenblick der Existenz bis zum Tod. Jeder Versuch, die Würde zu relativieren oder Bedingungen zu knüpfen, läuft Gefahr, ihre Unantastbarkeit auszuhöhlen.

Psalm 139,13-16: „Du hast mich gewoben im Mutterleib … Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war.“

Würde, Verantwortung und Willkür

Würde ist keine Frage von Nützlichkeit, Leistungsfähigkeit oder Willen, sondern fordert Respekt, Schutz und Verantwortung. Das Recht auf Selbstbestimmung endet dort, wo das Leben und die Würde eines anderen berührt werden. Verantwortung heißt, eigene Wünsche abzuwägen und mit den Werten von Gemeinschaft, Gerechtigkeit und Mitgefühl in Einklang zu bringen.

Doch Verantwortung ist mehr als Gesetzestreue: Sie fordert ein waches Gewissen, Empathie und die Bereitschaft, einander als Ebenbilder Gottes zu begegnen – unabhängig von Alter, Herkunft, Gesundheit oder Überzeugung.

Fazit: Der wahre Wert des Menschen

Was ist der Mensch wert? Mehr als jede Berechnung, mehr als alle Zahlen, mehr als Status, Können oder Besitz. Der wahre Wert des Menschen wurzelt im Blick Gottes, in der Liebe, in der Berufung, Ebenbild zu sein. Daraus entspringt eine Würde, die niemand nehmen kann – und zugleich eine Aufgabe: einander zu achten, zu schützen und in der  Gemeinschaft mit Jesus zu leben.

Möge dieses Wissen unser Miteinander prägen, unsere Entscheidungen leiten und uns stärken – im Respekt vor der Unverfügbarkeit des Lebens und im Vertrauen auf das große Versprechen: Die Würde des Menschen ist und bleibt unantastbar.

 

Vom Wetterphänomen zur globalen Klimakatastrophe: Der Mensch als Mitgestalter

Ein Streifzug durch die Entwicklung vom natürlichen Wandel bis zur menschengemachten Krise

Einleitung

Die Geschichte unseres Planeten ist eine Geschichte des ständigen Wandels. Schon seit Anbeginn der Zeit war das Klima Schwankungen und Umbrüchen unterworfen: Eiszeiten, Warmzeiten, Vulkanausbrüche, Meteoriteneinschläge und Veränderungen der Erdumlaufbahn bestimmten das Auf und Ab der globalen Temperaturen. Doch nie zuvor war der Mensch selbst zum Hauptfaktor dieses Wandels geworden. Heute, in einer Epoche, die Forscher treffend als „Anthropozän“ bezeichnen, ist der Mensch die treibende Kraft hinter einer Krise, die das Potenzial hat, das Leben auf Erden tiefgreifend und unwiderruflich zu verändern.

Die natürlichen Klimaveränderungen der Frühzeit

Über Jahrmillionen hinweg war der Wechsel des Klimas ein natürlicher Prozess, abhängig von Kräften, denen die Menschheit vollkommen ausgeliefert war. Vulkanausbrüche schleuderten Asche in die Atmosphäre und setzten für Jahre Sonnenlicht frei, das weltweit zu Abkühlung führte. Die Neigung der Erdachse und ihre Bahn um die Sonne sorgten für Eiszeiten und Zwischeneiszeiten. Die Kontinente drifteten, Meeresströmungen änderten sich und das Klima passte sich an. In dieser Zeit war der Mensch nichts weiter als eine Randnotiz, beobachtend, oft leidend, aber nie gestaltend.

Der Beginn menschlicher Eingriffe:

Vom Beobachter zum Gestalter

Mit dem Übergang zur Sesshaftigkeit, der Domestizierung von Pflanzen und Tieren und der Entwicklung erster Zivilisationen, begann der Mensch ganz allmählich, seine Umwelt zu beeinflussen. Doch erst mit der industriellen Revolution beschleunigte sich dieser Prozess dramatisch. Dampfkraft, Massenproduktion und die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas setzten ungeahnte Mengen an Treibhausgasen frei. Fabriken, Eisenbahnen, später Autos und Flugzeuge stießen Kohlendioxid, Methan und andere klimaschädliche Gase aus, die sich in der Atmosphäre sammelten und wie eine unsichtbare Decke die Erde aufheizten.

In den Städten wichen Grünflächen immer mehr dem Beton. Wälder wurden gerodet, um Platz für Straßen, Siedlungen und riesige Agrarflächen zu schaffen. Die Landwirtschaft wandelte sich von einer vielfältigen, kleinstrukturierten Nutzung zu Monokulturen und industrieller Produktion – auf Kosten von Biovielfalt und Bodenfruchtbarkeit. Schon Ende des 19. Jahrhunderts war erkennbar, dass diese Entwicklung nicht ohne Folgen bleiben würde.

Das Anthropozän:

Der Mensch als dominanter Klimafaktor

Mit diesen Eingriffen wurde der Mensch zum entscheidenden Klimafaktor. Im sogenannten Anthropozän – dem Zeitalter des Menschen – steht nicht mehr die Natur, sondern vor allem menschliches Handeln im Mittelpunkt des planetaren Geschehens. Die globalen Emissionen von Treibhausgasen steigen seit Jahrzehnten, während die natürlichen Sinken – Ozeane, Moore, Wälder – durch Übernutzung und Zerstörung immer weniger Treibhausgase aufnehmen können.

Die Konsequenzen sind heute mit aller Deutlichkeit spürbar. Extremwetterereignisse wie Hitzewellen, Dürren, Überschwemmungen, Stürme und Waldbrände häufen sich. Die Temperaturen steigen weltweit, bereits jetzt werden in vielen Regionen der Erde regelmäßig vierzig Grad und mehr erreicht. Südeuropa leidet unter verheerenden Bränden oder geht nach sintflutartigen Regenfällen unter., der Meeresspiegel steigt, und ganze Küstenregionen und Inseln drohen zu verschwinden. Der Himalaya zerbröselt, Gletscher schmelzen und die Felsen werden zur Geröllmasse, und Tierarten verschwinden unwiederbringlich von der Bildfläche.

Kipppunkte – Wenn das Klima aus dem Gleichgewicht gerät

Ein besonders beängstigendes Szenario stellen die sogenannten Kipppunkte dar: Schwellenwerte, bei deren Überschreitung das Klimasystem unumkehrbar aus dem Gleichgewicht gerät. Taut der Permafrostboden in Sibirien und Kanada, was schon zugange ist, werden gigantische Mengen Methan freigesetzt, ein Treibhausgas, das viele Male wirksamer ist als Kohlendioxid. Der Jetstream, eine für das europäische Klima entscheidende Starkwindzone, verändert bereits jetzt seinen Verlauf. Sollte der Golfstrom, der warme Wassermassen aus den Tropen nach Norden transportiert, zum Erliegen kommen, drohen in Europa Kälteeinbrüche, während andernorts Extremhitze herrscht. Der Verlust des Amazonas-Regenwalds – oft als „grüne Lunge der Welt“ bezeichnet – hätte globale, unvorhersehbare Folgen.

Unzählige Wissenschaftler warnen seit Jahren, dass wir uns gefährlich nah an diesen Kipppunkten befinden. Dennoch geschieht wenig, um das Steuer herumzureißen.

Globale Katastrophen:

Von der Ausnahme zur neuen Normalität

Was einst als regional begrenztes Wetterphänomen galt, ist heute ein globales Problem. Hitzewellen, die zu Ernteausfällen und Hungersnöten führen, Waldbrände von nie gekanntem Ausmaß, Überschwemmungen, Dürren – sie alle sind Ausdruck eines Klimas, das aus den Fugen geraten ist. Besonders hart trifft es jene Regionen, die kaum zum Problem beigetragen haben – der Globale Süden leidet unter den Folgen, während die Hauptverursacher oft im Globalen Norden sitzen. Die Ungerechtigkeit der Klimakrise ist ebenso offensichtlich wie ihr zerstörerisches Potenzial.

Verantwortung und Handlungsmöglichkeiten

Trotz der Dramatik der Lage mangelt es an konsequentem Handeln. Klimaziele werden von Regierungen zwar gesteckt, aber nicht eingehalten; Unternehmen reden von Nachhaltigkeit, doch profitorientierte Wirtschaftsinteressen und Lobbyismus bremsen echten Wandel aus. Technologische Innovationen wie Solarenergie, Windkraft, Kreislaufwirtschaft und grüne Technologien bieten Hoffnung, werden aber vielerorts blockiert oder nur halbherzig umgesetzt.

Auch das individuelle Verhalten bleibt oft in der Komfortzone gefangen. Konsum, Flugreisen, der schnelle Onlinekauf – das Bewusstsein wächst, doch die Bereitschaft zur echten Veränderung hinkt hinterher. Die Erderwärmung vor 1,5 oder gar 2 Grad Celsius zu stoppen, scheint inzwischen illusorisch – der berühmte „Zug ist abgefahren“.

Die Rolle der Politik und der Gesellschaft

Es wäre dringend notwendig, dass Politiker weltweit Mut beweisen und den Wandel einleiten. Mut zu unpopulären Entscheidungen, Mut zu einer Wirtschaft, die nicht nur auf Wachstum und Profit ausgerichtet ist, sondern auf Gemeinwohl, Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit. Auch die Gesellschaft müsste bereit sein, sich auf neue Lebensstile einzulassen. Doch allzu oft dominieren Kurzsichtigkeit, Eigeninteresse und Angst vor Veränderung das Handeln.

Schlussfolgerung: Die Zukunft ist jetzt

Die Zeit für nutzlose Schönwetter-Reden ist vorbei. Die Klimakatastrophe ist keine ferne Bedrohung, sie ist unsere Gegenwart und – wenn wir so weitermachen – auch unsere Zukunft. Der Mensch ist längst nicht mehr nur Beobachter, sondern zum zentralen Problemmacher geworden. Ob die Katastrophe noch aufzuhalten oder gar umkehrbar ist, stellt sich nicht mehr – dafür ist es, Stand heute, zu spät.

Bleibt nur, sich der Verantwortung zu stellen, die letzten Handlungsspielräume zu nutzen und sich wenigstens zu bemühen, die kommenden Generationen nicht völlig schutzlos zurückzulassen. Es braucht den Mut zu echten Veränderungen, den Abschied von alten Gewohnheiten und die Bereitschaft, das eigene Handeln zu hinterfragen. Ob das gelingt, ist offen. Fest steht: Ein „Weiter so“ kann und darf es nicht geben, wenn wir die Grundlagen unserer eigenen Existenz erhalten wollen.

 

Song und Text gemeinsam starten.