
Schön,
dass Sie bei
uns
vorbeischauen.
Das Motto unserer Gemeinschaft
Gut, dass wir einander haben,
gut, dass wir einander sehn,
Sorgen, Freuden, Kräfte teilen
und auf einem Wege gehn.
Gut, dass wir nicht uns nur haben,
dass der Kreis sich niemals schließt
und dass Gott, von dem wir reden,
hier in unsrer Mitte ist.
Manfred Siebald
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Betrachtung zu Hebräer 13,3
Hebräer 13,3 (Luther) sagt:
„Gedenkt der Gefangenen, als wärt ihr Mitgefangene, und der Misshandelten, weil auch ihr noch im Leibe lebt.“
Der Vers spricht in dichter Form von christlicher Anteilnahme.
Jede Formulierung ist bewusst gewählt und entfaltet eine Haltung, die aus dem gemeinsamen Leben der Gläubigen vor Gott erwächst.
Um seine Aussage zu verstehen, lohnt es sich, die einzelnen Wendungen des Textes Schritt für Schritt auszulegen.
1. Gedenkt der Gefangenen
Die Aufforderung „gedenkt“ ist mehr als ein bloßes Erinnern.
Das Wort verlangt eine innere Zuwendung, die den anderen nicht aus dem Blick verliert.
Im Horizont des Hebräerbriefs sind dabei zunächst solche Gläubigen gemeint, die um ihres Bekenntnisses willen Verfolgung und Gefangenschaft erlitten hatten. Das zeigt der Rückbezug auf Hebräer 10,34.
Der Vers ruft die Gemeinde also dazu auf, leidende Geschwister bewusst im Herzen zu behalten und ihre Not nicht an den Rand zu drängen.
2. Als wärt ihr Mitgefangene
Mit der Wendung „als wärt ihr Mitgefangene“ verschärft der Text die Aufforderung. Es geht nicht nur darum, von außen Anteil zu nehmen, sondern sich innerlich so mit den Leidenden zu verbinden, als wäre man selbst in ihre Lage gestellt.
Der Vers fordert also keine distanzierte Kenntnisnahme, sondern ein Mit-Leiden im Denken und Empfinden. Gerade darin wird deutlich, dass christliche Liebe nicht abstrakt bleibt, sondern die Not des anderen an sich heranlässt.
3. Der Misshandelten, weil auch ihr noch im Leibe lebt
Auch die Worte „weil auch ihr noch im Leibe lebt“ sind für das Verständnis entscheidend. Sie erinnern daran, dass die Angesprochenen selbst verletzliche Menschen sind.
Wer im Leib lebt, kennt Schmerz, Schwachheit und Bedrängnis nicht nur theoretisch, sondern aus der gemeinsamen menschlichen Existenz.
Eben darum soll niemand hart oder überheblich auf die Misshandelten blicken.
Das eigene Leben im Leib wird im Vers zum Grund für Mitgefühl: Wer selbst der Zerbrechlichkeit unterworfen ist, soll dem Leiden des anderen mit Barmherzigkeit begegnen.
Anwendung
Für verfolgte Christen beten und sich bewusst über ihre Situation informieren.
Menschen im Gefängnis, in Kliniken, in Heimen oder in Mobbing- und Gewaltsituationen nicht übersehen, sondern ihnen aufmerksam, unterstützend und ermutigend begegnen.
Die Not anderer nicht nur wahrnehmen, sondern sich innerlich berühren lassen und – wo möglich – konkret helfen.
Hebräer 13,3 verbindet Erinnerung, Einfühlung und die Einsicht in die eigene Verletzlichkeit.
Gerade dadurch entfaltet der Vers ein eindringliches Bild christlicher Bruderliebe.
Die Gemeinde soll die Leidenden nicht vergessen, sich innerlich mit ihnen verbinden und aus dem Bewusstsein der eigenen Schwachheit heraus barmherzig handeln.
So wird deutlich, dass der Text nicht nur zu einer Gesinnung aufruft, sondern zu einer Haltung, die sich im konkreten Umgang mit leidenden Menschen bewährt.

„Hüter der Zukunft“
Manchmal zeigt uns die Geschichte, wie nah Hoffnung und Ernüchterung beieinander liegen können.
Wie ein guter Weg beginnt – und wie er ins Stocken gerät. Wie ein Volk, ein Land, eine Gemeinschaft mutig vorangeht – und dann plötzlich stehen bleibt, zögert, sich zurückzieht.
So ist es auch mit der Energiewende in unserem Land. Deutschland war einmal ein Pionier.
Ein Land, das mit Mut und Erfindergeist voranging. Ein Land, das zeigte: Wir können die Schöpfung bewahren und zugleich wirtschaftlich stark sein.
Wir können Verantwortung übernehmen – für uns, für die Welt, für die, die nach uns kommen.
Doch dieser Weg wurde nicht konsequent weitergegangen. Politische Entscheidungen bremsten, was wachsen wollte.
Chancen wurden vergeben. Und heute lesen wir Berichte, die davon sprechen, dass wichtige Bausteine der Energiewende – Speicher, Netze, Wärmepumpen – nicht vorangebracht, sondern blockiert werden.
Dass Rückschritt festgeschrieben wird, wo Fortschritt nötig wäre. Dass ein Projekt, das einst von Hoffnung getragen war, unter Verzögerungen leidet.
Das ist nicht nur Politik. Das ist eine Frage der Verantwortung. Eine Frage der Haltung. Eine Frage des Glaubens.
Denn die Bibel erzählt uns immer wieder von Menschen und Gemeinschaften, die vor Entscheidungen stehen. Entscheidungen, die über Zukunft oder Stillstand bestimmen. Entscheidungen, die zeigen, ob wir Gott vertrauen – oder der Angst.
Im Buch Deuteronomium spricht Gott zu seinem Volk:
„Ich habe euch Leben und Tod vorgelegt, Segen und Fluch. So wähle, denn das Leben, damit du lebst.“
Es ist ein Ruf, der durch die Zeiten geht. Ein Ruf, der uns heute genauso gilt wie damals.
Wähle das Leben.
Das heißt: Handle so, dass Leben möglich bleibt.
Handle so, dass die Schöpfung atmen kann.
Handle so, dass die Kinder und Enkel eine Zukunft haben, die nicht von Angst geprägt ist, sondern von Hoffnung.
Jesus selbst sagt:
„Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“
Fülle – das ist nicht Überfluss.
Fülle ist das Leben im Gleichgewicht: mit Gott, mit der Welt, mit den Menschen.
Wenn wir heute über Energie, über Wärme, über Mobilität sprechen, dann sprechen wir über dieses Gleichgewicht. Über die Frage: Wie leben wir so, dass Gottes gute Schöpfung nicht zerstört wird? Wie leben wir so, dass wir nicht mehr nehmen, als die Erde geben kann? Wie leben wir so, dass wir nicht nur an uns denken, sondern an die, die nach uns kommen?
Die Bibel kennt die Versuchung, zurückzuschauen. Das Volk Israel wollte in der Wüste manchmal lieber zurück nach Ägypten – zurück in die vermeintliche Sicherheit, zurück in das, was man kannte. Aber Gott ruft:
„Fürchte dich nicht. Ich bin mit dir.“
Dieser Ruf gilt auch uns.
Er ruft uns heraus aus der Angst vor Veränderung.
Er ruft uns hinein in die Verantwortung.
Er ruft uns hinein in den Mut.
Die Energiewende ist kein technisches Projekt. Sie ist ein moralisches. Sie ist ein geistliches. Sie ist ein Auftrag, der tief in der Schöpfungstheologie verwurzelt ist.
Im Psalm 24 heißt es:
„Die Erde ist des Herrn und was darinnen ist.“
Nicht unser Besitz.
Nicht unser Eigentum.
Sondern Gottes Geschenk.
Und wer ein Geschenk bekommt, der geht sorgsam damit um.
Darum ist es unsere Aufgabe – als Christen, als Gemeinden, als Gesellschaft –, die Stimme zu erheben, wo Verantwortung verweigert wird. Mut zu machen, wo Angst regiert. Hoffnung zu säen, wo Resignation droht.
Wir sind Hüter der Zukunft.
Nicht aus eigener Kraft.
Sondern weil Gott uns diesen Auftrag gibt.
Und so möchte ich schließen mit dem Wort des Propheten Micha:
„Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist: Gottes Wort halten, Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“
Liebe üben – das heißt heute auch: die Erde lieben.
Demut üben – das heißt: die Grenzen der Schöpfung achten.
Gottes Wort halten – das heißt: das Leben schützen, wo immer wir können.
Möge Gott uns die Kraft geben, diesen Weg zu gehen.
Nicht ängstlich.
Sondern mutig.
Nicht rückwärtsgewandt.
Sondern hoffnungsvoll.
Nicht allein.
Sondern in seiner Gegenwart.
Amen.

Und die Ewige Herrlichkeit, ist nicht vorstellbar, also nicht irritieren lassen von der einfachen Darstellung des Videos.
Eine Predigtmeditation: Vom Sterben und vom Tod
Es gibt einen Unterschied,
der uns selten bewusst ist:
Wir sprechen viel vom Sterben, aber kaum vom Tod.
Wir ringen mit dem Weg – nicht mit der Grenze.
Wir suchen Trost für das Sterben,
aber wir haben kaum Worte für den Tod selbst.
Sterben – das ist ein Prozess.
Ein Übergang, ein Loslassen, ein Sich-Fügen.
Sterben kann man mutig, gelassen, weise.
Sterben kann man sogar „überwinden“ –
so wie Sokrates es tat.
Er ließ sich nicht zwingen, seine Überzeugungen zu widerrufen.
Sokrates ist das große antike Beispiel für einen Menschen,
der das Sterben überwand – aber nicht den Tod.
Er trank den Schierlingsbecher
mit einer Ruhe, die seine Freunde erschütterte.
Er überwand die Angst durch Vernunft,
die Ohnmacht durch Freiheit,
die Enge durch Sinn.
Er starb, wie er lebte:
fragend, prüfend, frei.
Aber Sokrates blieb tot.
Das ist der Punkt, an dem Bonhoeffer so scharf unterscheidet:
Die Überwindung des Sterbens ist menschlich möglich.
Die Überwindung des Todes nicht.
Der Tod bleibt ein Feind.
Nicht der letzte Schritt des Lebens,
sondern die Grenze, die wir nicht überschreiten können.
Darum sagt Paulus:
„Der letzte Feind, der aufgehoben wird, ist der Tod.“
(1 Korinther 15,26)
Christus hat das Sterben nicht umgangen.
Er hat es nicht heroisch verklärt.
Er hat es durchlitten – bis zum letzten Atemzug.
Aber er blieb nicht im Tod.
Er überwand nicht das Sterben.
Er überwand den Tod.
Das ist der Unterschied,
der die Welt verändert.
Der Unterschied, der uns trägt,
wenn wir am Bett eines Sterbenden sitzen.
Der Unterschied, der uns hält,
wenn wir selbst an Grenzen kommen.
Wir müssen das Sterben nicht heroisch meistern.
Wir müssen nicht wie Sokrates sein.
Wir dürfen sterben wie Menschen –
mit Angst, mit Fragen, mit offenen Händen.
Denn der Tod ist nicht mehr das Letzte.
Er ist nicht mehr der Herr.
Er ist ein besiegter Feind.
Christus hat ihn entmachtet.
Und darum dürfen wir leben –
und sterben –
in einer Hoffnung,
die größer ist als wir selbst.
Amen.

Trinität = Dreieinigkeit
Was ist Trinitatis
Die Trinitatiszeit, zieht sich bis zum Ende des Kirchenjahres.
Es ist kein Ereignisfest wie Weihnachten, Ostern, Pfingsten, sondern ein Bekenntnisfest:
Trinität sagt:
Gott ist einer – und zugleich Drei; Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Gott ist Beziehung in sich selbst – und schließt uns in diese Beziehung ein.
Warum direkt nach Pfingsten?
Pfingsten erzählt: Wie Gott durch seinen Geist wirkt.
Trinitatis, erinnert uns daran,
wie unterschiedlich Gott in unserem Leben auftaucht.
Wir glauben an einen Gott,
aber wir erleben ihn auf verschiedene Weise:
Als den, der das Leben schafft,
und uns in diese Welt stellt.
Als Jesus, der uns zeigt, wie Gott aussieht,
wenn er mitten unter uns ist – nahbar, menschlich, zugewandt.
Und als Geist, der uns heute Kraft gibt,
uns tröstet, uns anschubst, uns begleitet.
Das ist kein kompliziertes Glaubensrätsel.
Es ist eher die Erfahrung:
Gott passt in keine Schublade.
Er ist größer, näher, lebendiger,
als wir es begreifen können.
Gott ist Beziehung
und hat uns in diese Beziehung hineingeholt –
mit allem, was wir mitbringen.
vor allem, offen sein, für den Gott, der uns auf so verschiedene,
aber immer liebevolle Weise begegnet.
Segen
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus
und die Liebe Gottes
und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!
2.Korinther 13,1
Amen.


Freitag – Das Gebet der offenen Hände
Die Woche sinkt in Stille,
und ich breite meine Hände offen vor dir aus.
Alles, was ich krampfhaft hielt,
lasse ich nun los.
Was zu schwer war zu tragen,
darf ich dir anvertrauen.
Jesus, ich danke dir, dass ich wissen darf:
Du bist die Kraft, die mich stützt,
und mir oft fehlt
und die mich auch in dieser Nacht behütet.
Amen



Samstagmorgen-Gebet
Jesus Christus,
an diesem Samstagmorgen danken wir dir
für die Ruhe nach einer intensiven Woche.
Die Stille dieses Tages schenkt neue Kraft
und lässt uns wieder bei uns selbst ankommen.
Wir blicken dankbar auf das Wochenende,
auf die Zeit der Erholung,
mit Familie, Begegnungen mit Freunden,
und auf die Gemeinschaft,
in der wir miteinander glauben und leben.
Wir danken dir für die kleinen und großen Freuden,
die unser Leben tragen
und uns spüren lassen,
dass du uns begleitest.
Öffne unsere Augen
für die zarten Zeichen deiner Liebe und Nähe –
besonders in den unscheinbaren Momenten des Frühlings,
in denen dein Frieden leise aufscheint.
Amen.
Samstag, 20.06.2026
Meine Lippen und meine Seele, die du erlöst hast, sollen fröhlich sein und dir lobsingen.
Psalm 71,23
© Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine
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